

Das Gedankenkarussell anhalten und die 24 Stunden bewusst leben. Systemische Beraterin Barbro Hvass zeigt, wie es gelingen kann in ihrem Blog. Im Zentrum stehen die Worte „MICH, RAUM UND ZEIT“
Lass mich mit einer Frage anfangen. Welches von diesen drei Wörtern ist das Wichtigste? Zeit, Raum oder mich/ich?
Ich finde es wichtig, dass wir von Anfang an wissen, was das Wichtigste ist, wenn wir über meine Zeit, meinen Raum und mich also das ICH reden.
So, jetzt, wenn wir geklärt haben, dass „ich-mich“ das Erste ist, was man anschauen sollte, wenn man sein Gedankenkarussell verstehen will, ist es auch wichtig, dieses „ich“ besser kennen zu lernen. Was will ich mit Raum und Zeit, wenn ich nicht weiß, was ich will, was ich brauche, wie ich mein Leben leben möchte?
Das zweite Wort „Raum“ ist etwas, das man sagt, welches aber oft nicht klar wahrgenommen wird. Wie klein, wie groß ist dieser Raum bzw. dein Raum eigentlich? Und noch wichtiger: Ist er groß genug, damit du atmen, denken, dich bewegen kannst?
Wenn ich über Raum rede, dann rede ich auch über Grenzen. Dein Raum definiert, wo du die Grenze setzt. Die Grenze zwischen dir und deiner Umgebung. Du solltest dabei auch nicht vergessen, dass eine Grenze dich nicht nur beschützt, sondern sie grenzt dich gleichzeitig ein. Eine gesunde Grenze ist beweglich. Die Tür zu deinem Raum kann sich öffnen und schließen lassen und nur du besitzt den Schlüssel.
Das dritte Wort „Zeit“ ist eine limitierte Größe, wenn sie in unseren Alltag kommt. Egal, wer du bist oder wo du bist. In dieser Welt stehen dir 24 Stunden zu Verfügung. Es wird oft gesagt: „Ich verstehe nicht, wie sie das alles schafft in dieser Zeit?“ Oder: „Wo nimmt sie die Zeit her?“ Fakt ist, dass wir alle die gleiche Anzahl an Stunden haben. Sie fühlen sich nur unterschiedlich an und werden unterschiedlich erlebt. Das ist der Punkt, an dem man anfangen kann zu reflektieren über das eigene Leben und die Entscheidungen, die man trifft.
Lass uns schauen, was Zeit eigentlich ist … Was machst du mit deinen Stunden?

Ich habe für mich herausgefunden, dass ich mir drei Fragen stellen muss, wenn es um meine Zeit geht und wie und mit wem ich meine Stunden verbringe. Ich frag mich: Was kann ich reduzieren und was kann ich ändern, um dadurch mehr Zeit für mich zu bekommen? Und das letzte, und ich glaube auch das schwerste für uns Menschen ist: Welche Dinge aus der Vergangenheit kann ich loslassen und sie außerhalb meines Gedanken-Karussells platzieren?
Schließe bewusst eine Vereinbarung mit dir selbst, dass der Mensch oder das Thema nicht länger die Wichtigkeit für DICH HEUTE besitzt und schick es hoch in eine Wolke. Es fällt manchmal Regen oder Schnee, aber selten die Vergangenheit. Sie prägt mich, aber sie liegt hinter mir und es ist nicht neu und zukunftsorientiert daran zu denken.
Für mich ist der erste Zeitfresser, den ich reduzieren will: Es geht nicht darum, was ich tue. Es geht darum, wie lange ich etwas tue. Ich kann zum Beispiel meinem Schwiegervater sagen: „Ich reduziere meinen Besuch von zwei Stunden auf eine Stunde.“ Oder ich kann ihm sagen: „Ich komme nicht mehr jeden Sonntag. Ich komme jeden zweiten Sonntag.“ Es wird ihm vielleicht nicht gefallen, aber ich entscheide mich, dass ich kein schlechtes Gewissen bekomme. Ich habe gelernt, dass ich mich um mich kümmern muss, bevor ich mich um andere kümmern kann. Es ist wie die Sauerstoffmaske im Flugzeug. Du solltest die Maske erst selbst aufsetzen, bevor du anderen hilfst.
Jetzt kommen wir zum Thema Zeit in Verbindung mit Veränderung. Was kannst du ändern, damit es nicht so viel Platz in deinem Gedankenkarussell einnimmt?
Wenn etwas nicht für dich passt und du machst dir Sorgen wegen einer Entscheidung, die jemand anderer getroffen hat, dann ist mein Rat: Frage dich selbst, was für dich eine gute Lösung wäre, und gehe dann ins Gespräch und äußere deine Meinung. Mit Menschen, die du kennst, verbessert es auch eure Beziehung, dass du deutlich bist und deine Haltung äußerst. Es ist viel leichter für dein Gegenüber, dich und deine Bedürfnisse zu verstehen, wenn du deine Gefühle und deine Gedanken in Worte umsetzt. Eine Aussage ist auch eine Form der Positionierung. Dann wissen deine Mitmenschen, wo du stehst, und damit ist es oft für sie leichter, sich zu orientieren. Anders als bei Menschen, die stillschweigend mitlaufen und subtile Bemerkungen äußern. Du gewinnst mehr Zeit, wenn du in deiner Kommunikation klar bist. Du änderst etwas und übernimmst die Verantwortung. Dann bekommst du Zeit und Verständnis zurück.
Hast du etwas Klarheit bekommen über die Worte „MICH, RAUM und ZEIT“? Dann freue ich mich. Wenn Du weitere Impulse wünschst, dann nimm gerne Kontakt zu mir auf und vereinbare ein kostenloses Erstgespräch!
Wenn Du mehr erfahren möchtest, kontaktiere mich gerne zu einem kostenlosen Erstgespräch!
